|
Stress
Stress kann als Vorbereitung des Körpers auf eine Verteidigungs- und Fluchtreaktion angesehen werden. Dieser Zustand tritt ein, wenn sich der Hund bedroht fühlt, dass heißt, wenn er mit Forderungen konfrontiert wird, die ihn stark fordern oder auch überfordern. Hauptauslöser sind: Angst, Überbeanspruchung z.B. bei der Erziehung und eine zu hohe Erwartungshaltung von Seiten des Hundebesitzers. Tierarztbesuch, neue Besitzer, Tierheim, Familienzuwachs, Scheidungen (also der Verlust eines Rudelmitgliedes), Ausstellungen usw. bilden Ereignisse (Stressoren), die eine Stressreaktion auslösen können.
Hunde reagieren auf die Streßsituationen mir Erbrechen und/oder Durchfall und können auch Verhaltensauffälligkeiten zeigen. Sie urinieren oder koten in die Wohnung, zeigen aggressiveres Verhalten, sind nervös oder apathisch, um nur einige Beispiele zu nennen. Die Ursache für diese Verhaltensänderungen sind in einer vermehrten Adrenalin- und Cortisolausschüttung zu finden. Wundern Sie sich nicht, wenn ihr Hund nach einem Tierarztbesuch noch ein oder zwei Tage Durchfall hat. Es dauert einige Zeit bis sich die Ausschüttung der Stresshormone normalisiert.
Zeichner unbekannt
Was können Sie tun?
Einen Tierarztbesuch können Sie für den Hund mit einem positiven Ereignis verbinden. Bewaffnen Sie sich mit besonders heiß begehrten "Lekkerlis", die er ansonsten nicht bekommt und geben Sie ihm diese auf dem Weg zum Tierarzt. Nehmen Sie sein Lieblingsspielzeug mit (sofern vorhanden), spielen Sie mit ihm und lenken ihn ab.
Kraulen Sie ihn an seinen Lieblingsstellen, loben Sie ihn, seien Sie kreativ. Ist ihr Hund noch eine Welpe, dann besuchen Sie mit ihrem Hund den Tierarzt, lassen Sie ihn alles beschnuppern und geben Sie ihrem Hund die Möglichkeit den Tierarzt und die Umgebung kennen zu lernen. Geben Sie ihm bei jedem Besuch ein "Lekkerli". Ihr Hund wird dann im Ernstfall wesentlich ruhiger sein, weil er den Ablauf schon kennt.
Das soll nicht heißen, dass er sich auf Spritzen, Kastration oder vergleichbare Ereignisse freut.........da können Sie lange warten, aber er wird sich mit Sicherheit nicht mehr so aufregen.
Andere Ereignisse, wie z.B. den Verlust eines Rudelmitgliedes, erfordern wesentlich mehr Geduld und auch sehr viel Zuwendung. Es wird einige Wochen dauern bis ihr Hund diesen Verlust verarbeitet hat. Beschäftigen Sie sich in dieser Zeit wesentlich intensiver mit ihm und lassen Sie ihm Zeit........... auch ein Hund trauert.
Überfordern Sie ihn nicht und stellen Sie keine übersteigernden Erwartungen an ihn, er ist keine Maschine. Er braucht seine Auszeiten und die Möglichkeit einfach nur mal das zu sein was er ist...................ein Hund.
Stress in jeder Form ist für den Hund IMMER belastend und sollte nach Möglichkeit vermieden werden bzw. durch geeignete Maßnahmen abgeschwächt werden. Lebt der Hund im Dauerstress, so wird er aufgrund der andauernden Cortisol- und Adrenalinausschüttung krank werden. Ernsthafte Folgen sind Herz- Kreislauferkrankungen und Krebs, genau wie bei Menschen, die Dauerstress ausgesetzt sind.
WICHTIG: Alle genannten Anzeichen können auch Symptome einer Erkrankung sein. Klären Sie also bitte ab, ob ihr Hund organisch gesund ist. Zum Beispiel kann das plötzliche Urinieren in der Wohnung auch ein Anzeichen für eine Blasenentzündung sein.
Nach oben
|