Erziehung

Ein neues Familienmitglied ist da.
Seit seiner Geburt hat der Welpe circa 12 Wochen zusammen mit seinen Geschwistern und seiner Mutter verbracht. Er hat sich spielerisch im Dominanz - und Unterwerfungsverhalten mit seinen Geschwistern geübt und mit Sicherheit schon die eine oder andere Zurechtweisung durch seine Mutter erfahren.

Majas Welpen
Majas Welpen2

Die Familie in seinem neuen zu Hause ist jetzt das Rudel in dem der junge Hund heranwächst und es herrschen viele Regeln in diesem Rudel, die es zu lernen gilt. Die erste Regel ist es, dem Welpen beizubringen, dass er seine großen und kleinen Geschäfte nicht innerhalb der Wohnung zu tätigen hat.

 Der Welpe muss also zu Anfang fast stündlich “Gassi” geführt werden und nach jedem erfolgreichen Geschäft geradezu euphorisch gelobt werden.

Sehr wichtig ist es, den Welpen unmittelbar nach dem Fressen vor die Tür zu bringen, denn dann muss er mit 100% Sicherheit und das ziemlich schnell. Meine Hündin hatte 9 Welpen und jedes Mal wenn die Kerlchen gefressen hatten,
waren wir alle damit beschäftigt die Racker sehr, sehr schnell vor die Tür zu bringen.
Lassen Sie ihrem Welpen ein paar Tage Zeit, er wird es schon lernen und vergessen sie auf keinen Fall zu loben. Positive Verstärkung ist das A und O einer erfolgreichen Erziehung.

Uriniert oder kotet er dennoch einmal in der Wohnung, so ignorieren sie
dieses Verhalten. Die Tatsache, dass in diesem Fall eine positive Verstärkung
ausbleibt, führt in der Regel zur Löschung des unerwünschten Verhaltens.

Sammy 4 Wochen alt

Der beste positive Verstärker ist streicheln und ein verbales Lob wie:
"Gut gemacht", ein entsprechender Tonfall wirkt dabei zusätzlich unterstützend.
Natürlich können als positive Verstärker auch "Leckerlis" eingesetzt werden, aber diese sollten nur unterstützend und sporadisch eingesetzt werden. Möchte man seinem heranwachsenden Hund unerwünschte Verhaltensweisen abgewöhnen, wird mit negativer Verstärkung gearbeitet.

Bei unerwünschten Verhaltensweisen müssen durchaus auch Bestrafungen als
Maßnahme einsetzt werden, denn unerwünschtes Verhalten nur zu ignorieren wird
in vielen Fällen leider nicht ausreichend sein. Eine wirkungsvolle Bestrafung ist
eine scharf ausgesprochene Zurechtweisung, im Idealfall ein kurzes Wort wie:
"aus" oder "pfui". Mitunter ist auch ein Klaps (und ich meine auch nur einen Klaps)
auf das Hinterteil empfehlenswert, das wirkt bei einem Welpen....garantiert.

Vielleicht werden hier einige Besucher den Kopf schütteln und auf die so gerühmte
und berühmte Zeitung verweisen. Ich habe es vor langer Zeit auch mit einer Zeitung
versucht. Und ich muss sagen, es hat mich fürchterlich genervt, immer mit einer
Zeitung durch die Gegend zu laufen und besonders lustig ist die Bewaffnung mit
einer Zeitung im strömenden Regen. Spätestens nach 5 Minuten haben sie einen
sich auflösenden Klumpen in Ihrer Hand.

Wichtig ist das alle Verstärkungsformen konsequent beibehalten werden,
da sonst der erreichte Erfolg nur von kurzer Dauer sein wird. Selbst wenn
der Hund erwachsen ist, muss er Belohnung durch positive Verstärkung erfahren,
dann zwar nicht mehr regelmäßig aber ab und zu müssen sie eingesetzt werden,
da es sonst zur Löschung des Verhaltens kommt. Wichtig ist auch das jegliche Form
von Verstärkung immer unmittelbar stattfindet, da der Hund es sonst nicht mit
seinem Verhalten in Zusammenhang bringen kann. Es nützt also überhaupt nichts,
wenn Sie ihren Hund abends dafür bestrafen, weil er irgendwann am Tag Ihren Lieblingsschuh zerkaut hat. Sie müssen ihn unbedingt “inflagranti” erwischen. Und wie schon erwähnt seien Sie konsequent, sonst nimmt ihr Hund sie nicht ernst.

Noch ein paar Anmerkungen zu Bestrafungen. Ich habe schon oft von Methoden gehört die angeblich Wunder wirken. Eine dieser Methoden ist es, den ungehorsamen Welpen im Genick zu packen und ihn dann zu schütteln, da dies angeblich die Hundemütter auch als Bestrafung einsetzen. Das ist in meinen Augen absoluter Unsinn. Ich habe noch nie erlebt das eine Hundemutter ihr Junges im Genick packt und dann schüttelt.
Sie transportieren ihre Jungen so, aber mehr auch nicht. Bei den Wölfen stellt
das Nackenschütteln eine Tötungsart dar. Für ein Tier bedeutet den Nacken zu schütteln “ich töte Dich”. Daher sollte niemals ein Tier im Nacken geschüttelt werden. Welpen und Jungtiere werden im Rudel ohne Brutalität erzogen und das muss zum Wohl des Tieres auch vom Menschenrudel beherzigt werden.

Und bedenken Sie, ihr neues Familienmitglied ist ein Hund, und er muss die Möglichkeit haben seinen persönlichen Bedürfnissen nachzugehen, solange sie sich in einem zumutbaren und verträglichen Rahmen bewegen.

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