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Erste Hilfe
Für jeden Hundebesitzer und insbesondere für den Hund ist es von Vorteil, wenn der Besitzer Kenntnisse in Erster - Hilfe für den Hund besitzt.
Erste - Hilfe Maßnahmen können ihrem Hund das Leben retten oder den entstandenen Schaden begrenzen.
WICHTIG!!!! Die hier aufgelisteten Maßnahmen ersetzen nicht den Tierarzt. Jedes Tier muss unmittelbar nach der Erstversorgung zum Tierarzt gebracht werden, es sei denn es handelt sich um Bagatellfälle.
Zur Einführung ein paar allgemeine Hinweise. Die Atmung eines gesunden Hundes liegt bei 20 bis 30 Atemzüge in der Minute, je nach Grösse und Alter. Der Puls eines Hundes bewegt sich bei einem gesunden Hund zwischen 80 (sehr große Hunde) und 132 Schlägen in der Minute (in Abhängigkeit von Größe und Alter). Geringfügige Abweichungen sind kein Grund zur Besorgnis. Die normale Körpertemperatur eines Hundes liegt zwischen 38,0 und 39,0 Grad Celsius. Bei Körpertemperaturen um 43,0 Grad Celsius gerinnen die Eiweiße und der Tod tritt ein.
Die Atmung wird gemessen, in dem man die Hand auf die Rippen des liegenden Hundes legt und eine Minute lang die Atemzüge zählt.
Die Pulskontrolle ist etwas schwieriger. Man tastet an der INNENSEITE des Oberschenkels (sehr weit oben und mittig) entlang, bis man die geeignete Stelle gefunden hat und zählt dann eine Minute die Pulsschläge (oder 15 Sekunden lang und das Ergebnis wird mit 4 multipliziert) Bitte keine Pulskontrolle mit dem Daumen durchführen, es besteht dabei das Risiko, dass der eigene Puls gemessen wird und das ist ja nicht Sinn der Sache.
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Die Temperatur des Hundes wird im After (anal) gemessen. Dazu sollte man das Thermometer zuvor etwas mit Vaseline einschmieren. Achten Sie bitte darauf, dass der Hund sich in dieser Zeit nicht hinsetzt oder aufsteht. Ist Ihr Hund verletzt, nähern Sie sich ihm vorsichtig und sprechen Sie mit beruhigender Stimme auf ihn ein. Er steht vielleicht unter Schock und /oder hat starke Schmerzen und zeigt dadurch auch Ihnen gegenüber vielleicht ein aggressives Verhalten. Also immer an EIGENSCHUTZ denken. Leinen Sie den Hund fest, er soll so wenig Spielraum wie möglich haben und verschließen Sie seinen Fang mit einer Binde, im Notfall geht es auch mit einer Hundeleine.
Danach binden Sie den Hund so kurz wie möglich an einem stabilen Gegenstand fest
Falls der Hund für den Transport zum Tierarzt nicht mehr laufen kann, muss er getragen werden (siehe Abbildung. Die zweite Methode ist besonders bei Beinverletzungen zu empfehlen).
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Ist der Hund zu groß bzw. zu schwer, dann wird er auf eine aufgespannte Decke gelegt und von zwei Personen ins Auto getragen. Besteht die Möglichkeit einer Rückenverletzung, dann muss der Hund auf eine feste Unterlage (wenn möglich ein Brett) gelegt werden.
Augenverletzungen: Lose Fremdkörper im Auge können vorsichtig aus dem Auge gespült werden. Auch bei Verätzungen des Auges muss mit Wasser gespült werden, damit die ätzende Substanz verdünnt wird. Danach sofort den Tierarzt aufsuchen. Auch bei anderen Verletzungen wie Fremdkörper o.ä immer sofort den Tierarzt aufsuchen. Verhindern Sie unbedingt, dass sich der Hund am Auge kratzt und besonders wichtig, entfernen Sie auf keinen Fall den Fremdkörper aus dem Auge. In gewissen Situationen, z.B. bei Beißereien kann es zu einem Augapfelvorfall kommen, bedecken Sie das betroffene Auge mit einem sauberen nassen Tuch und suchen Sie umgehend den Tierarzt auf.
Atemnot: Anzeichen sind starkes Hecheln, Schwäche, die sichtbaren Schleimhäute im Maul und in den Augen sind bläulich verfärbt (zyanotisch). Lagern Sie ihren Hund mit erhöhtem Oberkörper. Dann Transport zum Tierarzt.
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Bissverletzungen: Tiefe Bisswunden müssen vom Tierarzt versorgt werden, da diese in der Regel genäht werden müssen und auch den Einsatz von Antibiotika erforderlich machen. Wichtig ist hier die Kontrolle des Impfschutzes von allen beteiligten Hunden. Oberflächliche Verletzungen können mit einer antiseptischen Salbe behandelt werden, nachdem die Wunde mit einem milden Desinfektionsmittel gereinigt worden ist. Kontrollieren Sie die Wunde regelmäßig, Bei Anzeichen einer Entzündung, oder auch wenn der Hund ständig an der Wunde leckt, bitte mit dem Hund zum Tierarzt gehen. In der Regel bekommen die Hunde dann für einige Zeit einen Trichter (eine Art Halskrause), der verhindert, dass sich der Hund ständig die Wunde legt. Stark blutende Wunden an den Gliedmassen sollten zur Erstversorgung mit einem Druckverband behandelt werden. Achten Sie aber darauf, dass der Druckverband nicht zu fest angelegt wird. Das betroffene Gliedmaß darf nicht anschwellen. Danach Tierarzt aufsuchen.
Materialien für den Druckverband
Verletzte Stelle mit der Kompresse steril abdecken und mit einer Mullbinde umwickeln. Nach zwei Umwicklungen kommt ein Polster (idealerweise ein Verbandspäckchen) auf die Stelle, wo sich die Wunde befindet und die Mullbinde wird dann weiter gewickelt, um so das Polster zu fixieren.
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Bei arteriellen Verletzungen ist das Anlegen einer Aderpresse notwendig. Legen Sie diese in Richtung des Herzens oberhalb der Wunde an. Bitte NIEMALS dünne Schnüre oder Draht benutzen. Schlingen Sie die Binde zwei - bis dreimal um das Bein und knoten sie ein Stück Holz mit ein. Das Holzstück wird nun wie eine Schraube gedreht, bis die Blutung steht. Danach unbedingt das Holzstück fixieren, damit es sich nicht lockern kann. Danach schnellstens zum Tierarzt. Der Druckverband und das Abbinden eignen sich natürlich nicht nur zu Behandlung schwerer Bissverletzungen, sie sind für alle stark blutenden Wunden geeignet. Bei Wunden, die nicht mit einem Druckverband versorgt werden können, müssen Sie ein entsprechend grosses Polster auf die Wunde legen und den Druck mit Ihrer Hand herstellen. An den Stellen mit der roten Markierung kann abgebunden werden.
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Bewusstlosigkeit: Sprechen Sie ihren Hund an, reagiert er nicht dann zwicken Sie ihn in die Vertiefungen zwischen den Pfotenballen. Kommt es immer noch zu keiner Reaktion, dann ist er bewusstlos. Lagern Sie ihn nach Möglichkeit auf die rechte Seite und überstrecken Sie seinen Hals, damit die Atemwege frei sind. Dazu gehört auch, dass Sie die Zunge herausziehen und Erbrochenes (falls vorhanden) aus der Maulhöhle entfernen (Vorsicht! Beißreflex). Überprüfen Sie ob Atmung und /oder Puls vorhanden ist. Bei Atemstillstand und /oder Herzstillstand kann eine Beatmung oder eine Herz- Lungen- Wiederbelebung eingeleitet werden, auf die ich hier aber nicht eingehe, da solche Maßnahmen, nach meiner Meinung nur praxisorientiert richtig gelernt werden können.
Durchfall: Durchfall kann verschiedene Ursachen haben (siehe Vergiftung). Frisst Ihr Hund normal und fühlt sich auch sonst körperlich fit (kein Fieber, erhöhter Puls), können Sie Ihn für ein oder zwei Tage auf eine Reis- Hühnchen Diät setzen. Unterstützend kann man dem Hund auch Kohlekompretten (Apotheke) verabreichen. Tritt nach zwei Tagen keine Besserung ein, dann sollte der Hund dem Tierarzt vorgestellt werden, auch wenn der Hund sich wohl fühlt.
Erbrechen: Das sich ein Hund übergibt ist erst einmal kein Grund zur Besorgnis, sofern es sich um eine einmalige Angelegenheit handelt. Auch Hunde fressen Gras und übergeben sich in der Regel irgendwann danach. Kommt aber zum Erbrechen noch Durchfall dazu, dann kann es sich um einen Magen - Darminfekt handeln, der ärztlich behandelt werden sollte, denn durch den massiven Flüssigkeitsverlust kann es für den Hund durchaus lebensgefährlich werden, besonders wenn der Zustand anhaltend ist. Auch besteht die Möglichkeit einer Vergiftung (siehe Vergiftungen).
Frakturen (Knochenbrüche): Knochenbrüche sind sehr schmerzhafte Verletzungen für den Hund. Die häufigsten Knochenbrüche betreffen die Gliedmassen. Der Hund lahmt, oder kann gar nicht mehr auftreten. Es werden nur Knochenbrüche unterhalb des Ellbogengelenk bzw. unterhalb des Kniegelenkes geschient. Im übrigen gilt es den Hund ruhig zu halten und schnellstens zum Tierarzt zu transportieren. Offene Brüche NIEMALS schienen, sondern nur steril abdecken (wenn möglich). Das Ziel einer Schienung ist die Ruhigstellung des Bruches. Versuchen Sie auf keinen Fall den Bruch zu richten, sollte die Prozedur für den Hund zu schmerzhaft sein, dann muss auf eine Schienung verzichtet werden. Als Material eignet sich Pappe, Holz, Zeitschrift, etc. , die an das verletzte Gliedmass angelegt werden und dann mit einer Mullbinde umwickelt werden (bitte nicht zu straff).
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Fremdkörperverletzung: Fremdkörper nicht entfernen, sonst kann es zu starker Blutung kommen. Wird der Fremdkörper nicht entfernt kann sich der Tierarzt aufgrund der Lage des Fremdkörpers auch ein besseres Bild über die entstandenen Verletzungen machen. Legen sie einen möglichst sterilen Verband an und integrieren sie den Fremdkörper. Transportieren Sie den Hund nach Möglichkeit auf einer Trage, damit der Hund nicht unnötig bewegt wird.
Fremdkörper im Maul, wie festsitzende Knochen, können vorsichtig aus dem Maul entfernt werden. Beruhigen Sie ihn und NUR, wenn Sie absolut sicher sind, dass der Hund Sie nicht beißt können Sie versuchen den Fremdkörper alleine zu entfernen. Ansonsten müssen Sie eine weitere Person hinzuziehen und nach der Abbildung vorgehen. Fremdkörper, die im Oberkiefer stecken, dürfen nur vom Tierarzt entfernt werden, Es besteht die Gefahr, dass sonst, das sehr empfindliche Nervengeflecht der Nase schwer verletzt wird.
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Hitzschlag: Ein Hund besitzt keine Schweißdrüsen (nur an den Pfoten und am Nasenspiegel). Seine Möglichkeiten sich abzukühlen sind also begrenzt, er kann nur durch Hecheln eine Abkühlung erreichen. Ist es zu warm, dann ist diese Form der Abkühlung nicht ausreichend. Hat ein Hund nicht die Möglichkeit sich Kühlung zu verschaffen, dann steigt die Körpertemperatur über das normale Maß hinaus an. Lassen Sie ihren Hund im Sommer nicht im Auto zurück, schon nach 10 bis 15 Minuten befindet sich ihr Hund in großer Gefahr, Innentemperaturen von 50 Grad Celsiusoder mehr, sind keine Seltenheit. Bringen Sie den Hund an einen kühlen schattigen Platz und verschaffen sie dem Hund Abkühlung indem Sie mit einem Wasserschlauch den Körper abspritzen. Bitte erst an den Gliedmassen beginnen und dann langsam nach und nach den ganzen Körper mit einbeziehen. Bieten Sie dem Hund Wasser zum Trinken an, auch ein in den Nacken gelegter Eisbeutel bringt Abkühlung. Dann Transport zum Tierarzt
Magendrehung: Der Magen eines Hundes ist aufgrund seiner Anatomie ständig leichten Pendelbewegungen ausgesetzt. Ist der Magen des Hundes gefüllt, dann können die Pendelbewegungen sehr an Intensität zunehmen, es kann so zu einem Umschlagen des Magens kommen. Eine Magendrehung stellt für den Hund eine lebensbedrohende Situation dar und führt unbehandelt zum Tod des Tieres. Anzeichen: Der Moment der Magendrehung verursacht einen kurzen starken Schmerz, der Hund jault kurz auf und es kommt zu unmittelbaren Verhaltensveränderungen. Der Hund wird zunehmend unruhiger und bewegt sich mit eingezogenem Bauch und gekrümmten Rücken. Die Hunde versuchen zu erbrechen, allerdings ohne Erfolg, da die Speiseröhre zugeschnürt ist. Innerhalb kürzester Zeit schwillt der Bauchraum an, da die im Magen entstehenden Gase nicht entweichen können. Das Anschwellen des Bauchraumes ist nicht zu übersehen, die Hunde sehen förmlich aufgeblasen aus. Schnappen Sie sich ihren Hund und “rasen” Sie zum Tierarzt. Ist ihr Tierarzt nicht da, dann vergeuden Sie keine Zeit und fahren die nächste Tierklinik an. Bei einer Magendrehung ist jede Sekunde kostbar.
Nasenbluten: Stellen Sie zuerst fest, woher die Blutung kommt. Blutet der Hund aus den Nasenlöchern, kann eine Vergiftung durch Rattengift (siehe Vergiftung) oder eine Entzündung der Nasenhöhle vorliegen. Das in diesem Fall sofort der Tierarzt aufgesucht werden muss, liegt auf der Hand. Handelt es sich um eine äussere Verletzung z.B. am Nasenspiegel, dann drücken Sie mit einersterilen Kompresse fest auf die Wunde, bis die Blutung steht, solche Wunden bluten in der Regel ziemlich stark, also haben Sie Geduld. Auch das Auflegen eines Eisbeutels kann hilfreich sein.
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Ohrverletzungen: Bisswunden, Schnittwunden o.ä sind an den Ohren recht häufige Verletzungen bei Hunden. Kleinere Wunden können mit einer Wund - und Heilsalbe versorgt werden, nachdem sie mit einem milden Desinfektionsmittel gereinigt worden sind. Anschließend eine Kompresse auflegen, die Sie mit einer “ Mütze”, gebastelt aus einer alten Strumpfhose, fixieren können. Achten Sie darauf, dass der Hund nicht an der Wunde kratzt und kontrollieren Sie die Wunde regelmäßig, bei einer Infektion muss der Tierarzt aufgesucht werden. Größere Verletzungen am Ohr sollten grundsätzlich vom Arzt versorgt werden. Fremdkörper im Ohr bitte nur vom Tierarzt entfernen lassen, damit es nicht zu Verletzungen des Trommelfells kommt.
Schock: Der Schock ist ein lebensbedrohender Zustand. Jede Verletzung, Erkrankung, oder psychische Belastung kann einen Schockzustand hervorrufen. Der Schock führt zu massiven Störungen des Blutkreislaufs, lebenswichtige Organe werden nicht mehr ausreichend durchblutet. Erkennbare Zeichen: Zittern, taumeln, die Hunde wirken abwesend (apathisch), Atmung ist flach und beschleunigt, Puls ist stark beschleunigt, die sichtbaren Schleimhäute (Zunge; Bindehäute im Auge, Zahnfleisch) sind blass, fast weiß. Legen Sie ihren Hund auf die Seite, strecken Sie seinen Kopf, decken Sie ihn zu, wenn möglich legen Sie eine Wärmflasche an seinen Bauch (nicht zu heiß) und lagern Sie die hinteren Beine hoch und transportieren Sie ihn so zum Tierarzt.
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Vergiftungen: Die Möglichkeiten für einen Hund sich zu vergiften, sind vielfältig. Das Erscheinungsbild bzw. die Symptome die eine Vergiftung hervorruft sind abhängig von der Substanz mit denen der Hund auf die eine oder andere Weise in Kontakt gekommen ist. Besteht auch nur der geringste Verdacht auf eine Vergiftung, bitte sofort Tierarzt aufsuchen, es besteht akute Lebensgefahr. Mögliche Anzeichen einer Vergiftung: Schockzeichen, Krämpfe, Erbrechen und / oder Durchfall, Nasenbluten.
GIFTNOTRUFZENTRALEN:
Berlin: 030/19240 Bonn: 0228/2873211 Erfurt: 0361/730730 Freiburg 0761/19240 Göttingen 0551/19240 Homburg 06841/19240 Mainz 06131/19240 München 089/19240 Nürnberg 0911/3982451
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