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Krankheiten
Hunde gehören genauso wie Menschen zur Gattung der Säugetiere. Unter anatomischen Gesichstspunkten betrachtet sind wir uns sehr ähnlich. Hunde können aus diesem Grund auch an denselben Krankheiten wie wir leiden. Die folgende Abbildung zeigt die Anatomie eines Hundes.
Bild: Quelle www.tiergesundheit.bayervital.de
1. Aorta, 2.Speiseröhre, 3. Magen, 4.Milz, 5.linke Niere, 6.linker Eierstock, 7.Gebärmutter, 8.Mastdarm, 9.Vagina, 10.Harnblase, 11.Dickdarm, 12.Dünndarm, 13.Magen-Milzband, 14 und 15. Leberlappen, 16.Lunge, 17.linke Herzkammer, 18. rechte Herzkammer, 19.linker Vorhof des Herzens, 20.rechter Vorhof des Herzens, 21.Lungenarterie, 22.arterieller Kopf-Armstamm.
Woran erkennen Sie, ob Ihr Hund krank ist?, oder besser gefragt, woran erkennen Sie, dass Ihr Hund gesund ist? Jeder Hund ist ein Individuum und viele Aussagen sind doch sehr allgemein gehalten wie z.B die typische Aussage, dass ein gesunder Hund eine kalte und feuchte Nase zu haben hat.
Ich habe drei Hunde und keiner meiner Hunde hat immer eine feuchte und kalte Nase und trotzdem sind sie gesund. IHR Hund ist dann gesund, wenn er sich für seine Verhältnisse "normal" verhält und sein äußeres Erscheinungsbild unverändert bleibt(natürlich in Abhängigkeit von seinem Alter). Jede Veränderung im Verhalten und Erscheinungsbild sollte Ihre Aufmerksamkeit erregen.
Relativ einfach ist der Befall von Parasiten festzustellen. Flöhe, Zecken, Läuse und Milben fallen bei einer regelmäßigen Fellpflege auf.
Der Befall mit Würmern ist etwas schwieriger zu erkennen, da wenige Würmer im Stuhlgang nicht so einfach zu entdecken sind. Oftmals ist das Rutschen des Hundes mit seinem Hinterteil über den Boden ein Anzeichen für Wurmbefall, da es am After zu Juckreiz kommen kann. Flöhe und Co sind recht einfach und unproblematisch zu behandeln. In der Apotheke, oder Tierfachgeschäften gibt es ausreichend Produkte die zur Bekämpfung eingesetzt werden können. Bei Milben kann eine Behandlung etwas problematisch werden. Sie sind sehr hartnäckig und können schnell zu Haarausfall und Entzündungen der Haut führen. Milbenbefall ist an vielen winzig kleinen dunklen Stäbchen zu erkennen die auf der Haut und /oder an Wundrändern "sitzen".
Besonders unangenehm für den Hund sind Ohrmilben, sie verursachen einen oft quälenden Juckreiz, bei dem sich der Hund regelrecht das Ohr aufkratzt. Hier besteht auch immer die Gefahr von schweren Infektionen, die unbehandelt u.a zur Taubheit des Hundes führen können. Ohrmilben sind aber gut zu erkennen, sie hinterlassen jede Menge dreckigen und übelriechenden mit Blut vermischten schwarzen Kot. Bei einem Befall mit Ohrmilben rate ich auf jeden Fall zu einem Besuch beim Tierarzt, da die Infektionsgefahr sehr hoch ist und im Ohr des Hundes haben wir nichts zu suchen. In diesem Fall können wir nur das Aussenohr reinigen und die vom Tierarzt verordnete Therapie befolgen.
Auch die Therapie bei einem Wurmbefall sollte mit dem Tierarzt oder dem Apotheker abgeklärt werden, da die Dosis von der Art des Wurmbefalls und dem Gewicht und Alter des Hundes abhängig ist. Davon abgesehen sind Würmer bei direktem Kontakt mit dem Hund auch ansteckend für Menschen und können durchaus gefährlich sein, insbesondere der Bandwurm. Aus diesem Grund ist eine regelmäßige vorsorgende Therapie in Form einer Wurmkur die beste Behandlungsmethode.
Krankheitssymptome
Die Haut eines gesunden Hundes ist gut durchblutet und leicht rosa gefärbt, wobei Schleimhäute eine wesentlich intensivere, fleischfarbene Färbung aufweisen. Die Hautfarbe ist im Außenohr gut zu erkennen und in den Schleimhäuten von Auge und Maul. Ist die Haut des Hundes auffallend blass, dann ist der Hund wahrscheinlich anämisch (Blutarmut). Die Ursachen können vielfältig sein: Eisenmangel, Vergiftung (siehe Vergiftungen), Leukämie u.v.m
Bläuliche Verfärbungen (Zyanose), der Schleimhäute deuten auf einen akuten Sauerstoffmangel hin. Wenn ein Hund sich übermäßig verausgabt hat, dann ist eine kurzzeitige bläuliche Verfärbung der Zunge nicht ungewöhnlich. Kommt es ohne sichtliche Anstrengung immer wieder zu einer bläulichen Verfärbung der Schleimhäute, dann ist der Sauerstoffmangel ein ernstzunehmendes Symptom. Die Ursache hierfür sind oft Probleme mit dem Herz. Bei älteren Hunden ist eine Herzinsuffizienz (Herzschwäche) nicht ungewöhnlich. Hunde die an einer Blutarmut oder an Sauerstoffmangelerscheinungen leiden, sind schnell matt, weniger lebhaft und benötigen sehr lange Ruhephasen. Der Appetit ist in der Regel nicht beeinträchtigt.
Trinkt Ihr Hund plötzlich sehr viel, hat schlechten Appetit und schläft die ganze Zeit?
Dann hat er vielleicht Fieber (Die normale Körpertemperatur eines Hundes liegt zwischen 38,0 und 39,0 Grad Celsius). Die Temperatur wird bei einem Hund anal (im After) gemessen. Achten Sie während der Messung darauf, dass Ihr Hund still liegt oder steht (Verletzungsgefahr). Wenn seine Nase tropft und er niesen oder husten muss, dann hat er höchstwahrscheinlich eine Erkältung.
Jede Infektion kann zu einem Fieberausbruch führen und es ist sehr schwer bzw. fast unmöglich ohne die gründliche Untersuchung durch einen Tierarzt eine Diagnose zu stellen. Sicher ist nur, dass Fieber ein Symptom für einen akuten entzündlichen Prozess ist. Die Höhe des Fiebers liefert dabei nicht unbedingt einen Aufschluss über die Gefährlichkeit der Infektion.
Wichtig ist, dass der Hund viel trinkt, die Nahrungsaufnahme kann vorübergehend vernachlässigt werden, aber trinken ist lebenswichtig. Leidet ein Hund neben Fieber noch an einem Durchfall und /oder erbricht häufig, dann sollte der Tierarzt sehr schnell aufgesucht werden, da so ein massiver Flüssigkeitsmangel schnell lebensbedrohlich werden kann.
Hat Ihr Hund seit einiger Zeit viel Durst und vielleicht an Gewicht verloren?
Dann besteht die Möglichkeit einer Zuckerkrankheit (Diabetes). Die ersten Symptome sind vermehrter Durst und eventuell eine Gewichtsabnahme. Besonders betroffen sind Hunde deren Herrchen oder Frauchen es vielleicht bei der Ernährung "zu gut" gemeint hat. Unter Hunden hat sich in den letzten Jahren die Diabetes Erkrankung ausgeweitet.......eine Zivilisationskrankheit der Hunde, paradox, aber leider wahr. In schweren Fällen müssen von Diabetes betroffene Hunde mit Insulin behandelt werden. Leichtere Fälle werden wie bei Menschen auch mit Diät und /oder Tabletten therapiert, die die Funktion der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) anregen. Besteht ein Verdacht, dann können Sie sich in der Apotheke ein Teststäbchen für den Nachweis von Zucker im Urin besorgen. Dieses Teststäbchen müssen Sie in den Urinstrahl Ihres Hundes halten, danach können Sie anhand einer Farbskala den Zuckergehalt im Urin bestimmen. Genaue Ergebnisse bringt aber nur die Blutuntersuchung, da hier schon geringe Erhöhungen festgestellt werden können.
Wirkt Ihr Hund steif und ungelenkig wenn er gelegen hat?
Dafür könnte eine beginnende Arthrose verantwortlich sein. Auch Hunde sind mehr oder weniger anfällig für eine Arthrose (abhängig von Alter und Rasse). Typischer Weise verschwinden die Symptome, wenn der Hund eine Weile gelaufen ist. Eine Arthose lässt sich nicht heilen, ist aber mit Medikamenten gut zu behandeln. Auch wenn der Hund mitunter Schmerzen hat, ist es wichtig mit ihm viel zu laufen (aber nicht überanstrengen). Übermäßige Schonung verschlimmert die Steifigkeit nur Es ist sinnvoll auf das Gewicht des Hundes zu achten, ein zu gut genährter Hund muss viel Gewicht mit sich herumtragen und führt zu stärkeren Schmerzen aufgrund der Belastung.
Hüftdysplasie
Eine Hüftdysplasie ist im eigentlichen Sinne keine Erkrankung, sondern eine Fehlbildung von einem Hüftgelenk. Eine Hüftdysplasie (HD) kann einseitig (nur ein Gelenk ist betroffen), oder beidseitig (beide Gelenke sind betroffen) auftreten. Heute wissen wir, dass die Veranlagung (Disposition) zur HD vererbt wird (genetisch bedingt). Wobei Faktoren wie Ernährung, Bewegung und Haltung auch eine wichtige Rolle spielen (multifaktoriell/polyfaktoriell = viele Faktoren). Bei grossen Rassehunden wie z.B Schäferhunde kommt eine HD relativ häufig vor, wobei auch kleinere Hunde und Mischlinge durchaus von HD betroffen sein können. Bei einer HD passen die Pfanne des Beckenknoches und der Kopf des Oberschenkelhalsknochens nicht zusammen. Meistens ist die Pfanne nicht richtig ausgebildet, sie ist zu flach und kann den Kopf des Oberschenkelhalsknochens nicht richtig umschließen.
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Quelle: beckers-dres.de
Eine andere Ursache für HD kann eine Missbildung am Kopf des Oberschenkelhalsknochens sein. Beide Formen der HD verursachen durch die so entstehende Reibung Arthrose, die für den Hund sehr schmerzhaft ist. Es gibt mittlerweile recht viele Erfolg versprechende Therapieansätze, sei es medikamentös zur Schmerzlinderung, Bewegungstherapie, Akupunktur, Operation (Becken wird verändert), oder ein künstliches Hüftgelenk. Wichtig! Wenn Ihr Hund noch ein Welpe ist, dann füttern Sie ihn nicht mit irgendwelchen Zusätzen (egal ob Vitamine, Kalzium und was es da sonst noch gibt). Tierärzte warnen vor dieser Art der Fütterung, denn zu viel an Muskelmasse und Knochenmasse im Welpenalter begünstigt die Entwicklung einer HD. Fragen Sie ihren Tierarzt, wenn es um die Ernährung Ihres Welpen geht und merken Sie sich, es gibt keine Wundermittel !!!!
Krebserkrankungen
Wer hat nicht davor Angst, dass der geliebte Vierbeiner an Krebs erkrankt. Krebserkrankungen sind für Hunde genauso tückisch wie für uns Menschen. Da Hunde sich nicht mitteilen, wenn sie sich mal nicht ganz so fit fühlen und Krebs im Anfangsstadium so gut wie keine Beschwerden hervorruft, die wir Hundehalter frühzeitig erkennen können, ist es sehr schwer eine Krebserkrankung frühzeitig zu erkennen. Die einzige Möglichkeit bietet ein regelmäßiger Gesundheitscheck beim Tierarzt, wobei das auch keine Garantie ist. Mögliche Symptome können sein:
Müdigkeit Gewichtsverlust bei gleichbleibendem Appetit Appetitlosigkeit kein Interesse mehr an der Umgebung Durchfälle Durchfälle die sich mit Verstopfung abwechseln schwarzer Stuhlgang (Blut im Stuhl, sieht aus wie Teer) frisches Blut beim Stuhlgang häufiges Erbrechen
Diese Symptome können natürlich auch Anzeichen für andere Erkrankungen sein !! Ob ein Hund eine Krebserkrankung überlebt, ist von vielen Faktoren abhängig. Grundsätzlich sind die Chancen recht gut, wenn der Krebs frühzeitig erkannt wird und der Hund älter ist. Bei alten Hunden vermehren sich die Krebszellen weniger schnell als bei jungen Hunden, da die Zellteilung im allgemeinen im Alter nachlässt. Das heißt aber nicht, dass junge Hunde keine Chance haben.
Muss Ihr Hunde ungewöhnlich oft urinieren und /oder verliert auch in der Wohnung einige Tropfen?
Dann kann es sein, dass Ihr Hund einen Harnwegsinfekt hat. Hunde mit so einem Infekt müssen sehr häufig urinieren und meistens kommen immer nur einige Tropfen. Der Infekt löst einen Drang zum Urinieren aus, auch wenn die Blase nicht voll ist. Einen Harnwegsinfekt kann man mit einem Teststäbchen aus der Apotheke feststellen. Dieser Teststab muss kurz in den Urinstrahl gehalten werden. Danach kann anhand einer Farbskala überprüft werden ob Bakterien im Urin sind. "Gesunder" Urin ist immer keimfrei. Ob ein Harnwegsinfekt mit Antibiotikum behandelt werden muss, kann nur der Tierarzt beurteilen.
Krankheiten und Impfschutz
Es gibt Krankheiten, die nur sehr schwer oder überhaupt nicht zu behandeln sind und die in der Regel tödlich enden. Der einzige Schutz bietet hier die Immunisierung durch eine Impfung. Viele Menschen (nicht nur Tierhalter) stehen Impfungen skeptisch gegenüber, immerhin gibt es jede Menge verschiedener Antibiotika. Ich werde hier kurz und verständlich erläutern, warum Impfungen nötig sind und was bei einer Impfung (Immunisierung) passiert. Zuerst einmal werde ich den Unterschied zwischen Bakterien und Viren hinsichtlich der Wirkungsweise von Antibiotika erklären.
Bakterie
Quelle: zytologie-online.net
Bakterien sind einzellige Organismen, sie gehören zu den Lebewesen, auch wenn sie nur aus einer Zelle bestehen. Sie verfügen im Gegensatz zu Viren über eine wichtige Fähigkeit, die sie berechtigt die Bezeichnung “Lebewesen” zu tragen. Sie können sich durch Zellteilung eigenständig vermehren. Bakterien können mit Antibiotika bekämpft und vernichtet werden.
Virus
Quelle: zytologie-online.net
Viren sind keine Lebewesen. Sie haben keinen eigenen Stoffwechsel und ihnen fehlt die Fähigkeit sich durch Zellteilung eigenständig zu vermehren. Wissenschaftler streiten sich immer noch darüber, was ein Virus eigentlich ist. Ein Virus benötigt zur Vermehrung eine Wirtszelle. Dabei werden die befallenen Zellen zerstört. Da Viren keine Lebewesen sind, keinen Stoffwechsel haben und keine Zellmembran (Zellwand/Hülle/Schicht) besitzen, können sie nicht mit Antibiotika bekämpft werden. Eine Antibiose (Antibiotika Therapie) ist bei einer Virusinfektion völlig wirkungslos. Es gibt mittlerweile schon Medikamente die zur Virusbekämpfung eingesetzt werden. Diese Medikamente haben in der Regel schwere Nebenwirkungen.
Was passiert bei einer Impfung?
Über die Impfung gelangen abgestorbene Bestandteile des Krankheitserregers in unseren Körper. Unser Abwehrsystem (Immunsystem) erkennt diese Eindringlinge und bildet Abwehrzellen (Antikörper) gegen diesen Krankheitserreger. Kommt es dann irgendwann zu einer Infektion, dann ist das Immunsystem vorbereitet und vernichtet den Erreger. Die Bildung von Antikörpern kann einige Wochen dauern, von daher ist eine Impfung nach einer Infektion nutzlos.
Erkrankungen vor denen nur eine Impfung schützt:
Staupe: Infektion durch einen Virus! Die Erkrankung beginnt mit hohem Fieber, Augen- und Nasenausfluß und Nahrungsverweigerung. Es werden drei Formen der Staupe beschrieben. Darmstaupe: wässrige Durchfälle und starkes Erbrechen. Lungenstaupe: Lungenentzündung, Husten, laufende Nase. Nervenstaupe: Lähmungen und Krampfanfälle Behandlung: Gegen das Virus gibt es keine Therapie. In Verbindung mit der geschwächten Abwehr kommt es oft zusätzlich zu bakteriellen Infektionen, die mit Antibiotika behandelt werden können. Leichter Formen der Staupe können ausheilen, schwere Formen verlaufen meistens tödlich.
Tollwut: Infektion durch einen Virus! Eine Infektion mit Tollwut führt zu einer Encephalitis (Hirnhautentzündung) und verläuft in der Regel tödlich (auch beim Menschen). Tiere werden bei Tollwutverdacht getötet, es sein denn man kann Impfschutz nachweisen. Symptome: anormales Verhalten, Halluzinationen, Angst, Aggressivität (Beißen), Verwirrtheit, Überempfindlichkeit gegenüber Wasser (Krämpfe) und anderen Umweltreizen.
Parvovirose: Infektion durch einen Virus! Diese Infektion verläuft bei Welpen und alten Hunden oft tödlich. Symptome: Appetitlosigkeit, Fieber, Apathie, blutige und wässrige Durchfälle. Da das Virus auch den Herzmuskel befallen kann, kommt es häufig zum Tod durch Herzversagen.
Leptospirose (Stuttgarter Hundeseuche) Infektion durch Bakterien! Bei der Leptospirose handelt es sich um eine meldepflichtige Infektion. Diese bakterielle Infektion verbreitet sich im Blut und befällt Milz, Leber, Niere und Lymphknoten. Symptome: Fieber, Mattigkeit, Blutungen, Durchfälle, Gelbsucht (Ikterus) und Muskelzittern (Tremor). Die Leptospirose kann mit Antibiotika therapiert werden.
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